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Korfu - Einblick in die Pflanzen- und Tierwelt

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Die Vegetation auf Korfu ist sehr üppig - nicht umsonst wird auch von der immergrünen Insel gesprochen. Mildes Klima, hohe Luftfeuchtigkeit und andere klimatische Faktoren führen dazu, dass auf Korfu in allen vier Jahreszeiten Blütezeit ist. Selbst im Hochsommer machen die Landschaften keineswegs einen kargen Eindruck.

Oliven auf Korfu - "Wenn Korfus Erde Trauer trägt"

Auf der Insel Korfu sollen etwa 4 Millionen Olivenbäume stehen. Die Korfioten haben ihre eigene Olivenkultur - sie schneiden die Bäume nicht und schlagen sie nicht, um zu ernten. Um an die schwarzen Früchte heranzukommen, wartet man einfach ab, bis sie in ausgelegte Netze fallen. Erntezeit ist Januar bis Mai/Juni. Zu dieser Zeit zeigt sich Korfu`s Erde deshalb fast überall schwarz verschleiert.

 

Aus einer Weinkultur wurde eine Oliven-Monokultur. Der Grund hierfür hat seinen Ursprung im 16. Jh, als die Venezianer den Olivenanbau mit einer Prämie von 360 Drachmen je hundert Bäume belohnen wollten. Kein Wunder, daß der Olivenbaum fast überall auf Korfu zu finden ist.

Olivenhain auf der Insel Korfu

Das Olivenöl spielt auf Korfu eine bedeutende Rolle. Es steht immer zur Verfügung und wird daher auch vielseitig verwendet. Zum Kochen, zum Brennen und auch zur Körperpflege. In entlegenen Dörfern findet man gelegentlich noch die alten Olivenpressen, die früher von einem Esel angetrieben wurden. heute ist das Verfahren natürlich längst automatisiert.

Wegen des Formenreichtums und der Knorrigkeit werden wohl nirgendwo auf der Welt so viele Bäume von Touristen fotografiert wie auf Korfu. Seine Art stellt inzwischen die ältesten Bäume der Insel. Zu Korfu gehören die Olivenholzschnitzer. Das Kunsthandwerk wird leicht unterschätzt: Die Verarbeitung des ungewöhnlich harten Holzes (die Astknoten sind das Wertvollste) ist mühsam und langwierig. Wer Interesse an dem Handwerk hat, sollte sich meinen kleinen Film Olivenholz auf Korfu anschauen.

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Kumquat - Markenzeichen der Insel Korfu

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Der Zwergorangenbaum "Citrus Japonica" wurde 1846 von Engländern aus Japan eingeführt. Heute wird der Baum in vielen Gebieten der Insel angebaut. Die Früchte sind in vielerlei Variationen inzwischen ein Markenzeichen Korfus.

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Es finden sich in nahezu allen Souvenirgeschäften Kumquaterzeugnisse, wie z.B. kandierte Früchte, Marmelade und Likör. Der Kumquatlikör ist ein beliebtes Mitbringsel. Wer Orangenmarmelade mag, sollte unbedingt die Variante aus der Zwergfrucht versuchen.

 

In Agios Ioannis an der Hauptstrasse von Korfu-Stadt her kann die Destillerie Th.Vassilakis & Sons besichtigt werden - hier kann man den Likör kosten und natürlich auch kaufen.

Kumquat auf Korfu
 

Weiterführende Informationen zur Pflanzenwelt Korfus und Linktipp meinerseits: Korfu Pflanzen

Tierwelt auf Korfu - einige Informationen

Die Veränderung der Vegetation von der Antike bis heute hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Fauna Korfus. Die Rodung der Wälder (z.B. soll es auf dem Pantokrator einmal Eichenwälder gegeben haben) ist einer der Gründe, warum es auf Korfu keine großen wildlebenden Säugetierarten mehr gibt.

"In historischen Quellen ist Kerkyra als Paradies für Jäger beschrieben. So erzählt Plianos, dass Hirsche vom epirotischen Festland schwimmend die nördliche Meeresstrasse (1,5 Seemeilen) bei Agios Stefanos überquerten" (Quelle: Terra Kerkyra)

Heute kommen hauptsächlich kleine Säugetierarten (Kaninchen, Fuchs, Marder, Igel...) und viele Reptilienarten vor. Die Feucht- und Lagunengebiete ( "Antinioti" bei Ag.Spiridon, "Chalikopoulos" beim Flughafen, "Korrision" im Südwesten) bieten eine reichhaltige Vogelwelt. Im Gebiet der Lagune-Korrision wurden über 150 Arten gezählt.


Zikaden auf Korfu

 

"Man sieht sie nicht, aber man hört sie lautstark zirpen". Sie tarnen sich gut, aber mit etwas Glück oder einiger Geduld wird man dann doch einmal ein Exemplar zu Gesicht bekommen.

 

Es sind die Männchen, die das metallisch sirrende Zirpen von sich geben - die Weibchen sind stumm. Sobald man sich nähert, verstummen auch die Männchen.

 

Sie bevölkern die Olivenhaine und an heissen Tagen hört man schon in den frühen Morgenstunden das lautstarke Konzert.

Zikade auf Korfu

Schlangen auf Korfu - geliebt und gefürchtet

 

Schlangen kommen auf Korfu recht häufig vor. In Europa gibt es 27 Arten - die meisten davon im Mittelmeerraum. Sogar für das Vorkommen der Westlichen Sandboa ( Eryx jaculus ) gibt es Augenzeugen - nachdem diese Art seit über 100 Jahren auf Korfu nicht mehr gesichtet worden war, gelang es einem Reptilienliebhaber im Jahre 1973, ein Exemplar zu fangen. Bis auf die Sand- oder Hornviper (auch Horn- oder Sandotter - sie zählt zu den giftigsten Schlangen Europas) sind die meisten Arten harmlos. Die Sandviper wird gefährlich, wenn sie überrascht wird oder bei Gefahr nicht mehr schnell genug fliehen kann. Die meisten Schlangen fliehen, lange bevor man sie überhaupt wahrnimmt. Zu Bißverletzungen kommt es meist nur infolge Unachtsamkeit oder Leichtsinn.

Hornviper

Angst oder Panik beim Anblick einer Schlange sind unangebracht, aber "Respekt" schadet nie und die nötigen Verhaltensregeln sollten beachtet werden:

Bei Wanderungen durch Gestrüpp oder hohes Gras keine Sandalen, sondern geschlossene Schuhe tragen. In Gebieten, wo Giftschlangen vorkommen könnten, nicht sorglos oder unachtsam sein, sondern immer schauen, wo man hintritt oder hingreift.

 

Bei entsprechenden Touren schlage ich mit einem langen Stock vor mir ins Gestrüpp oder Gras....die Schlangen sind scheu und ergreifen schnell die Flucht.


Scheltopusik - Echse mit schlangenähnlichem Aussehen
Scheltopusik auf Korfu

Die kräftige, fußlose Echse gehört zur Familie der Schleichen. Das bräunlich gefärbte Tier erreicht eine Gesamtlänge von ca. 120 cm. Nach einem ausgiebigen Sonnenbad am Morgen kriecht er auf Nahrungssuche eher "träge" durch die Umgebung.

 

Der Scheltopusik gilt als scheu, aber gelegentlich verharrt er lange an einem Platz und man kann sich vorsichtig nähern. Leider wird ihm das manchmal zum Verhängnis - die Tiere werden oft für eine Schlange gehalten und aus Unkenntnis erschlagen. Bilder: (c) Helga Fried

Scheltopusik

Die Griechische Landschildkröte

 

Mit etwas Glück wird euch eines dieser schönen "Urviecher" begegnen. Die Lebensraumveränderungen und die "Mitnahme zu Haltungszwecken" haben in den letzten Jahrzehnten zu einer Dezimierung geführt.

 

Zum Glück ist heute die "Mitnahme" verboten - das Artenschutzgesetz schützt alle europäischen Schildkrötenarten. Leider ging die letzten Jahre die Population der Landschildkröten auch auf Korfu zurück - u.a. machen Umweltschützer hierfür das Besprühen der Olivenbäume mit Insektiziden (durch Hubschrauber) verantwortlich.

Griechische Landschildkröte auf Korfu

Smaragdeidechse auf Korfu
Die Smaragdeidechse

 

Smaragdeidechsen habe ich besonders häufig in der Region um Alt-Perithia gesehen. Die Echse verlässt in den frühen Morgenstunden ihr Versteck und macht sich nach einem intensiven Sonnenbad auf Nahrungssuche - bevorzugte Gebiete sind vegetationsarme Felsregionen und verstrüpptes Gelände. Smaragdeidechsen sollen eine Gesamtlänge von bis zu 60 cm erreichen (die Tiere, die ich gesehen habe, waren ca. 30-40 cm lang). Bei einer Wanderung am frühen Vormittag von Loutses nach Alt-Perithia sind die Chancen recht groß, eines dieser schönen Exemplare zu sehen.


Der Hardun auf Korfu

Ein Hardun auf der Insel Korfu

 

In entsprechender Literatur wird Korfu als Verbreitungsgebiet dieser Echse genannt - leider ist es mir bisher noch nicht gelungen, eines dieser Tiere zu fotografieren. Vielen Dank deshalb an Ralf Barth für das schöne Bild.

 

Die robuste Echse (Gesamtlänge ca. 30-35 cm) ist sehr wärmebedürftig und hält sich demzufolge in sonnigen und felsigen Regionen auf - bei Bewölkung zieht sich das Tier sofort in ein Versteck zurück. Menschen gegenüber ist der Hardun sehr scheu und vorsichtig.

 

Bild: © Ralf Barth

Linktipp: Hardun auf Korfu


Gecko auf Korfu
Gecko - ein nützliches "Haustier"

 

Sehr häufig findet man auf Korfu den "Europäischen Halbfinger" vor. Diese Art hält sich vorwiegend in und an Gebäuden auf. Pünktlich nach Einbruch der Dunkelheit kommt "unser Gecko" die Hauswand herunter und versteckt sich hinter einer Wandlampe - an diesem Ort ist es ein Leichtes, die durch die Lichtquelle angelockten Insekten zu erbeuten.....selbst große Heuschrecken werden erbeutet.

 

 

Ein Gecko im Haus sorgt für weniger Insekten......sollte sich also eines der Exemplare in eurer Unterkunft sehen lassen, dann vertreibt ihn nicht, sondern lasst ihm seinen Lebensraum!


Skorpione auf Korfu

 

..halten sich am liebsten dort auf, wo es dunkel und feucht ist - z.B. unter Steinen, in Mauern und unter Blumentöpfen. Ziemlich verbreitet ist auf Korfu der kleine bräunliche Skorpion. Skorpionstiche sind schmerzhaft und werden von griechischen Ärzten mit Salben behandelt; sollte jemand mit labilem Kreislauf gestochen werden, werden evtl. noch stabilisierende Mittel verabreicht. Aber keine Panik - ich selbst habe bisher während meiner Aufenthalte auf Korfu lediglich einen Skorpion gesehen und konnte ihm rechtzeitig aus dem Weg gehen. Kindern sollte man vielleicht vorab zeigen, wie so ein Skorpion aussieht, damit sie nicht auf die Idee kommen, damit zu spielen!

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